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On The Road mit Philipp Kroonenberg & His Magic Magicians

Die Alte Weberei verwandelte sich in ein Texas-Roadhouse

Von Werner Straukamp

Am vergangenen Mittwoch erlebten die Besucher der „Mittwochskonzerte“ in der Alten Weberei einmal mehr ein ausgezeichnetes Rockkonzert. Auf der Brauhaus-Bühne präsentierte der Rotterdamer Sänger und Gitarrist Philipp Kroonenberg mit seiner Band, den „Magic Magicians“, eine Songauswahl, die einer musikalischen Reise durch den amerikanischen Südwesten glich. Los ging es in Tulsa inmitten der staubigen Weiten Oklahomas. Mit lässig entspanntem, von Blues und Country-Klängen infiziertem Rock erinnerte „You Change My World“ an den typischen Laidback-Rocksound des aus dieser Präriestadt stammenden J.J. Cale. Klassische Highway-Songs wie der Uptempo-Rock von „Conceliation“ und das von fein austariertem Wechselspiel akustischer und elektrischer Gitarrenklänge dominierte „Flow“ entführten in Richtung Texas. In bunter Abwechslung folgten an Ry Cooder erinnernde TexMex-Klänge aus der Grenzregion zu Mexiko und manch Roadhouse-Shuffle wie „Death in Paradise“, in denen wunderliche Anklänge an den Rhythm & Blues und den Rock’n Roll zu vernehmen waren. Songs, die von umherziehenden Musikern, von Barliebschaften und verrückten Nächten voller Tanz und Whiskyseligkeit erzählten. Von El Paso führte der Weg zurück nach Louisiana und von dort nach New Orleans, die Musikmetropole des Südens. In Kroonenbergs Songs flossen nun Reggae- und Calypsoelemente ein, vertrackte karibische Rhythmen verführten zum Tanz. Zu hören waren aus den Mississippi-Bayous mitgebrachter Swamprock im Stile eines Tony Joe White und manch ein an Dr. John erinnernder Voodoorock. Immer mit viel Swing, mit elegant eingestreuten Gitarrensoli, mit hörbar gut einstudiertem Harmoniegesang versehen. Musikalische Elemente, für die der sehr solide aufspielende Bassmann Reyer Zwart, der absolut stilsicher agierende Stefan Jankowski an der Leadgitarre und ein glänzend aufgelegter Sjoerd van Bommel am Schlagzeug und allerlei Perkussionsinstrumenten sorgten. Manch solistisches Zwischenspiel sorgte für offenen Szenenapplaus. Manch rasante Rhythmen, manch Gitarrensolo für merkbares Erstaunen ob der spürbar ihren amerikanischen Einflüssen und Vorbildern gewachsenen Musikalität der „Magic Magicians“. Philipp Kroonenberg selbst überzeugte nicht nur als Sänger, sondern auch an der akustischen Gitarre, an der Ukulele und der Mundharmonika.

Den zweiten Teil des über zweistündigen Konzerts dominierten fröhliche Rock- und Countryklänge. Im mit viel Groove und Drive unterlegten „Dressed To Kill“ besang Kroonenberg unwiderstehlich anziehende Frauen, im Countryrock „Can’t Love“ die Liebe zu seinen Töchtern, im von klassischen Gitarrenriffs dominierten „Dance Under The Moon“ an wärmere Tage erinnernde Vergnügungen zur Sommernacht. Und für alle in kleineren Häusern lebenden Zuhörer, die eigentlich viel lieber in einem großen, villenartigen Anwesen zuhause wären, erwies er sich im Folkblues „Open Your Window“ als typisch niederländischer Ratgeber: „If you live in a home so small / and you wanna be in a house that’s big / all you got to do is / open your windows“. Am späten Abend hatten Kroonenberg und seine zauberhaften Zauberer die Herzen des Publikums gewonnen. Die herbeigeklatschten Zugaben kommentierte er mit einem lächelnden „I’m singing to turn you on“ und mit dem abschließenden „Partyzone“ verwandelte er die Alte Weberei noch ein weiteres Mal in ein Texas-Roadhouse, dessen Besuch das Publikum dieser ausgezeichneten holländischen Combo nicht sobald vergessen dürfte.

(Werner Straukamp in: Grafschafter Nachrichten)